Guy Delisle stammt aus Québéc wo er in Montréal eine Arbeit in einem Animationsstudio aufnahm. Im Rahmen dieser Tätigkeiten verbrachte er längere Zeit in China (Shenzhen) und Nordkorea (Pjöngjang) wo er die Umsetzung von Animationsfilmen durch lokale Zeichnerinnen und Zeichner überwachte. Diese Erfahrungen dokumentierte er zeichnerisch in zwei Büchern, die auf Anhieb grossen Erfolg fanden. Weitere Dokumentation entstanden als er seine Frau, die für Ärzte ohne Grenzen (Médecins sans Frontières) arbeitet, für längere Zeit nach Myanmar (ehemals Burma) und Israel begleitete. Sein Buch "Chroniques de Jérusalem" (Deutsch: "Aufzeichnungen aus Jerusalem") gewann 2012 den prestigeträchtigen Preis als bestes Album am renommierten Comic-Festival von Angoulême.
Die Dokumentationen seiner Auslandaufenthalte glänzen durch einen einfachen und klaren Strich, der den Erzählfluss schnörkellos unterstützt und zusammen mit dem eingänglichen und immer auch witzigen Text für ein grosses Lesevergnügen sorgt, bei dem viele Eindrücke hängen bleiben, die Guy Delisle auf seinen Reisen gesammelt hat.
Guy Delisle auf das dokumentarische Genre zu reduzieren greift jedoch zu kurz. Er ist auch mit fiktiven Geschichten sehr erfolgreich, am bekanntesten wohl mit seinem Beitrag zur Sereie "Donjon Monsters".
Auf Deutsch wurden unterdessen eine ganze Reihe seiner Bücher verlegt, am bekanntesten sicherlich seine Dokumentationen "Shenzhen", "Pjöngjang", "Aufzeichnungen aus Birma" und "Aufzeichnungen aus Jerusalem", die allesamt bei Reprodukt erschienen sind.

Die Widmung zeichnete Guy Delisle während des Comic Festivals "Fumetto" von Luzern 2018.

Die Widmung zeichnete Guy Delisle während des Comic Festivals "BDfil" von Lausanne 2026.